Altersgemischtes Lernen in der Unterstufe

Seit 1997 gibt es in der Glocksee Schule drei altersgemischte Klassen für die Jahrgänge 1 – 3 und seit 2002 drei weitere Klassen für die Jahrgänge 4 – 6. Diese jahrgangsübergreifenden Stammgruppen bieten erhebliche pädagogische Chancen und Möglichkeiten:

  1. Die angebliche Homogenität einer Jahrgangsklasse legt nahe, die natürlichen Unterschiede in der Entwicklung von Kindern als Abweichungen von einer Norm zu sehen. Unsere Lerngruppen mit Kindern unterschiedlichen Alters machen uns Lehrern den Blick frei für die Verschiedenheit des Einzelnen. Die Heterogenität fördert und unterstützt die Öffnung von Unterricht und die Individualisierung des Lernens.
  2. Die Möglichkeiten der Kinder, ihr individuelles Maß und Tempo beim Lernen zu finden und sich zu gestatten, sind größer. Die Jüngeren können mit den Älteren schon etwas „vorweg lernen“, wie umgekehrt zusammen mit den Jüngeren etwas nachgeholt werden kann – und das ohne aus dem Rahmen der Klasse zu geraten.
  3. Die Möglichkeit zum gegenseitigen Helfen, d.h. zum Voneinander-Lernen, nehmen zu. Denn für Jüngere ist es leichter von Älteren etwas anzunehmen als von Gleichaltrigen. Helfen und – vor allem – Hilfe annehmen wird dadurch erleichtert.
  4. Es findet in jedem Jahr eine Veränderung der Gruppenzusammensetzung statt, doch mit den gleichaltrigen KlassenkameradInnen bleibt man zehn Jahre lang zusammen. So gibt es beides: Kontinuität der Beziehungen und Chancen für Rollenwechsel mit neuen Beziehungen. Und alle machen Erfahrungen damit, in ihrer Gruppe einmal „klein“, „mittel“ oder „groß“ zu sein.
  5. Der Schulanfang ist wesentlich entlastet. Die Erstklässler erleben die Möglichkeiten, Gewohnheiten und Regeln durch Abgucken und Mittun bei den etwa 14 Größeren, die schon in der Klasse sind . Aber sie beeinflussen auch ihrerseits die Strukturen und verändern sie. Auch beim Wechsel in die Stufe II (4 - 6 Klassen) erfahren die Jüngeren die Kultur der neuen Gruppe durch die Älteren. So kann Bewährtes weitergegeben werden, aber auch durch Aushandlungsprozesse unter den SchülerInnen Neues entstehen.
  6. Durch die Altersmischungen ergeben sich – trotz der Einzügigkeit unserer Schule – parallele Klassen, die die Möglichkeiten der LehrerInnen zur gemeinsame Planung und Reflexion von Erfahrungen verstärken

Damit die Zielvorstellungen und Erwartungen zur Altermischung (Link zu Text aus Antrag-Paper: „Schulversuch Altersgemischtes Lernen in den Jahrgängen 1 bis 3“, von 1996, S. 3f: „2. Zielvorstellungen“...) zur Wirkung kommen können, gibt es in den JüL-Klassen fast ausschließlich gemeinsamen Unterricht (Link zu Text aus Antrag für 4-6, von 2001, S. 3f: „2.2.Lernen“), ohne äußere Differenzierung nach Jahrgängen. Besonders häufig wird fächerübergreifend und projektartig gelernt („Thema-Arbeit“), wobei die Kinder je nach Fähigkeit auf verschiedenen Niveaus und mit unterschiedlichen Techniken an einem gemeinsamen Inhalt arbeiten. Mehr zu einem Tagesablauf einer 1-3 Klasse. (Link zu Text: Tagesverlauf bei den Mambas nach Vortrag in KS 2002)

Unsere Erfahrungen mit jahrgangsübergreifenden Lerngruppen (JüL) sind positiv. Wir sind zufrieden, mit dem, was wir bei den Kindern beobachten können – ihrem sozialen Verhalten und ihrem kognitiven Lernen. Wir sehen bei den Kindern gegenseitiges Helfen, Lerngruppenbildung nach Interesse, größere Bereitschaft zum Mitmachen und weniger Enttäuschung, wenn etwas noch nicht so gut klappt. Insgesamt sind die sozialen Strukturen in den Gruppen beweglicher geworden. Mehr zu unseren Erfahrungen mit altersgemischten Klassen (Link zu Text: Manuskript für Wille, S. 4)

Termine

26.04.17 - 21.06.17

27.04.17

00:00 - 22:00

Elternrat

04.05.17

18:00 - 19:30

Gesamtkonferenz

Ort: Mensa

04.05.17

20:30 - 22:00

Elternabend 1-10

11.05.17

20:00 - 22:00

Elternrat (optional)